Hosenträger mit Knöpfen - eine Anleitung
von Andreas Thenhaus
Herren-Hosenträger zum Knöpfen
Noch bis ins 19. Jahrhundert galten Hosenträger für Männer als Unterwäsche und man trug sie dem Zeitgeschmack entsprechend züchtig unter der Weste verborgen. Wie schade! Das muss doch nun wirklich nicht sein.

Besonders schöne Hose von Maximilian Mogg, Berlin
Ob Leder, Seide oder Wolle, ob rot, blau oder einer anderen Farbe - Hosenträger wurden schnell zu einem Herren-Accessoire, das sich, neben dem rein praktischen Nutzen, auch vorzeigen lässt. So bewirken die zumeist elastischen Hosenträger (Ausnahme: Trachten-Hosenträger), dass die Hose des Herrn auf korrekter Höhe an der Taille sitzt. Und zwar egal, ob die Taille eher modern im Hüftbereich angesiedelt ist oder klassisch hoch geschnitten, ungefähr zwei Finger breit über dem Bauchnabel sein soll. Letzteres ist, fragen Sie Ihren Schneider, ein klassischer Stil, wie wir ihn aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts kennen: die Hose hoch geschnitten, eine entsprechend verkürze Weste dazu und dann ein Sakko. Und genau hier kommen Hosenträger mit Knöpfen (anstatt der heute oft üblichen Clips) zum Einsatz.
Hosenträger zum Knöpfen - das nützliche Requisit des Mannes

Paisley: unsere Seiden-Hosenträger mit Lederschlaufen. Klassiker der Herrenmode.
Die Stoffhose eines Mannes bietet, insbesondere wenn klassisch hoch geschnitten, zahlreiche Möglichkeiten, die für Hosenträger mit Befestigungsschlaufen erforderlichen Knöpfe anzubringen. Zunächst aber die Glaubensfrage: Werden Hosenträgerknöpfe innen oder außen an der Hose angebracht? Die Antwort ist ganz einfach: Das ist vollkommen egal. Lassen Sie sich von Ihrem Stilempfinden leiten. Generell kann man sagen, dass in früherer Zeit die Knöpfe zumeist sichtbar außen angebracht wurden. Hier empfehlen sich Knöpfe im Farbton der Hose. Auch bei einem etwas rustikalen Stil (Workwear, Cordhosen, Peaky Blinders-Style) empfiehlt es sich, die Knöpfe außen zu befestigen, um den Stil zu unterstreichen. Eher elegant und zurückhaltend wirken innen im Hosenbund angenähte Knöpfe zur Befestigung der Hosenträger.
Wie nähe ich Knöpfe für Hosenträger an?

Knöpfe annähen lohnt sich - stilvoller als Metallclips finden wir. Dem Ungeschickten hilft die Änderungsschneiderei.
An dieser Stelle wollen wir darauf verzichten, dem geneigten Herren-Leser zu erläutern, wie man einen Knopf annäht. Diese Kenntnisse, ähnlich wie Schuheputzen oder einen Martini mixen, gehören zum Grundvokabular eines jeden Mannes. Im Zweifelsfall ziehen Sie eine Änderungsschneiderei Ihres Vertrauens zu Rate. Das sollte nicht mehr als 10 Euro kosten - für Rat und Naht. Nun, da das Innen oder Außen der Knöpfe (Sie erinnern sich: eine Ermessens- und Geschmackssache) behandelt ist, geht es um die Abstände. Auch hier gibt es keine feste Regel, aber Gegebenheiten, die zu berücksichtigen sind.

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So wird beispielsweise der klassische Hosenträger in Y-Form vorne zweimal und hinten mittig einmal befestigt. Hier sind jeweils zwei Schlaufen im Spiel, und es ergibt sich die Notwendigkeit insgesamt sechs Knöpfe bereitzuhalten. Als Faustregel gilt für die Vorderseite ein Abstand von ungefähr 12 Zentimetern zur Hosenmitte (Schlitz mit Reißverschluß oder Knopfleiste) und dann zwischen den jeweiligen beiden Schlaufen ein Abstand von sechs Zentimetern. Hinten ab Hosenmitte (Mittelnaht) jeweils drei Zentimeter nach links und drei Zentimeter nach rechts. Aber, meine Herren, scheuen Sie sich nicht, hier zu variieren.
Hosenträger mit textilen oder ledernen Schlaufen?

Geehrte Herren: Es gibt mehr Farben außer Schwarz und Blau! Dem Mutigen gehört die Welt.
Zumeist werden heute neben den Hosenträgern mit Clips, Hosenträger mit Lederschlaufen und Clips angeboten: Combi. Hierbei lässt sich eine Lederlasche öffnen, und man kann wahlweise die Lederschlaufen für Knöpfe oder alternativ Clips verwenden. Keinesfalls aber Beides. Sehr elegant sind diejenigen Hosenträger, die über eine textile Schlaufe zur Befestigung an den Knöpfen verfügen: Classic.

Alex Mendham beim Ankleiden: Die schwarzen Hosenträger werden bereits vorher in die Hose geknöpft und erst nach dem Anziehen wird die Länge justiert. Ein Hund ist hierbei nicht zwingend erforderlich, macht aber Freude.
Die genaue Position der Hosenträgerknöpfe ist eine individuelle Sache. Gehen Sie es ganz entspannt und ausgewogen an - nicht zu extrem außen oder innen. Achten Sie stets auf Bequemlichkeit. Besteht der Hosenbund aus mehren gut verarbeiteten Schichten, lassen dich die Knöpfe derart von innen annähen, dass außen nichts davon zu sehen ist. Das muss aber nicht so sein. Ziehen Sie im Zweifelsfall Ihren Schneider zu Rate. High Waist Hosen wie auf unseren Bildern erhalten Sie in Berlin in der Bleibtreustraße (am Ku'damm) bei Maximilian Mogg.
Was Sie brauchen: die kleine Ausstattung
Für das Anbringen der Hosenträger-Knöpfe genügt der Inhalt jedes Nähkästchens:
- Sechs Knöpfe, 15 bis 17 Millimeter, aus Horn, Steinnuss oder Kunststoff - im Farbton der Hose für den dezenten, in Kontrast für den rustikalen Auftritt. Manchen unserer Hosenträger liegt ein passender Knopfsatz im Geschenkkarton bei.
- Festes Nähgarn in Knopf- oder Hosenfarbe - Knopflochseide oder gedoppelter Allesnäher, denn die Knöpfe stehen unter Zug.
- Nadel, Schere, Schneiderkreide zum Markieren der Positionen - und die angezogene Hose samt Hosenträgern für die Anprobe vor dem Annähen.
Wer mag, legt beim Annähen ein Streichholz zwischen Knopf und Stoff und umwickelt den Faden danach einige Male zum Stiel - der kleine Abstand erleichtert das Ein- und Aushängen der Schlaufen erheblich.
Knöpfe oder Clips? Der ehrliche Vergleich
Da die Frage in jeder Anprobe fällt, hier die Abwägung in aller Offenheit. Für Hosenträger mit Knöpfen spricht die Schonung der Hose: Die textile oder lederne Schlaufe zieht am angenähten Knopf, nicht am Stoff - Clips hinterlassen an feinen Bundstoffen auf Dauer Druckstellen und können sich bei kräftiger Bewegung lösen. Dazu kommt die Optik: Die Lederpatte mit Knopf ist das historisch korrekte Bild, das Träger von Maßhosen und Vintage-Schnitten erwarten. Für Clips spricht die Freiheit: jede Hose, sofort, ohne Nadel und Faden - für den Einstieg und den schnellen Wechsel zwischen Jeans und Stoffhose unschlagbar praktisch. Unser Rat: Wer Hosenträger erst ausprobiert, beginnt mit Clips oder einem Kombi-Modell; wer weiß, dass sie bleiben, lässt an die zwei, drei meistgetragenen Hosen Knöpfe nähen und wird den Unterschied im Tragegefühl nicht mehr hergeben wollen. Die Knöpfe kosten beim Schneider wenige Euro - die Hose hält dafür Jahre länger durch.
Häufige Fragen zu Hosenträgern mit Knöpfen
Wie näht man Hosenträger-Knöpfe an?
Wie jeden anderen Knopf auch: mit festem Garn, am besten in der Farbe der Hose, und einigen Stichen mehr als beim Hemdknopf - die Knöpfe stehen unter Zug. Insgesamt werden sechs Knöpfe benötigt: vier vorne, zwei hinten. Wer Nadel und Faden scheut, gibt die Hose für kleines Geld in die Änderungsschneiderei.
Welcher Abstand gilt für Hosenträger-Knöpfe?
Als Faustregel vorne: der erste Knopf etwa 12 Zentimeter von der Hosenmitte entfernt, der zweite im Abstand von 6 Zentimetern dazu. Hinten sitzen die beiden Knöpfe je 3 Zentimeter links und rechts der Mittelnaht. Das sind Richtwerte, keine Gesetze - probieren Sie die Hosenträger mit Knöpfen vor dem endgültigen Annähen an.
Welche Hosen eignen sich für Hosenträger mit Knöpfen?
Grundsätzlich jede Stoffhose mit stabilem Bund - ideal sind klassisch hoch geschnittene Anzughosen, Bundfaltenhosen und Cordhosen. Bei Jeans und Hosen mit Gürtelschlaufen ohne Knopfmöglichkeit greifen Sie besser zu Modellen mit Clips oder zu unseren Kombi-Hosenträgern, deren Lederlasche beides erlaubt.
Werden die Knöpfe innen oder außen angenäht?
Beides ist richtig. Außen angenähte Knöpfe sind die historische, sichtbare Variante und passen zu rustikalen Stilen; innen im Bund angenähte Knöpfe wirken eleganter und lassen den Bund aufgeräumt erscheinen. Entscheiden Sie nach Stilempfinden und Verarbeitung des Hosenbunds.
Autor: Andreas Thenhaus
Fotos: Alex Mendham, Herr von Welt
Grafik: Nina Spagnol
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